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Jobcenter Wilhelmshaven: „50plus-Jobcoaches“ erfolgreich
„Mit über 50 habe ich doch sowieso keine Chance mehr!“ Viele Kundinnen und Kunden in diesem Alter sind frustriert und glauben, dass der Arbeitsmarkt für sie keine Möglichkeiten bietet. Stimmt nicht: das Jobcenter Wilhelmshaven beweist mit seinen „50plus-Jobcoaches“, dass intensive Betreuung und Hilfe zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu Integrationen führen können.
Im Bereich des Jobcenters Wilhelmshaven ist die Arbeitslosigkeit trotz guten Integrationserfolgen im Bundesvergleich relativ hoch. Über 30 Prozent der arbeitslosen Kundinnen und Kunden sind älter als 50 Jahre. Um sie kümmern sich seit April zusätzlich zwei „50plus-Jobcoaches“: Silvia Schulz und Mareike Slowik.
Die Kolleginnen führen nicht nur „klassische Vermittlungsgespräche“, sondern helfen ganz praktisch bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, halten Kontakt zu Arbeitgebern oder schlagen die Ausübung eines Ehrenamtes vor. Praktika bei Arbeitgebern werden begleitet und ausgewertet, Bewerbungsgespräche individuell vorbereitet. Falls gewünscht, sind sie auch bei Vorstellungsgesprächen dabei und führen Gruppencoaching durch. Dadurch können gruppendynamische Prozesse angestoßen werden. Da sich viele Arbeitslose oft einsam und isoliert fühlen, kann ein soziales Netzwerk „Gleichgesinnter“ echte Hilfestellung bieten: durch Erfahrungsaustauch Bündelung von Wissen. Eigene Stärken werden dabei durch Eigen- und Fremdwahrnehmung herausgearbeitet, gemeinsam werden Stellenanzeigen interpretiert und Grundlagen zur Selbstmotivation geschaffen.
Nach einem halben Jahr können die beiden „50plus-Jobcoaches“ bereits zählbare Erfolge vorweisen: Von den 188 Kundinnen und Kunden, die von Schulz und Slowik betreut wurden, haben 50 einen Arbeitsplatz gefunden, 8 einen Praktikumsplatz, 4 eine Nebentätigkeit und 4 machen eine Weiterbildung. Die Erfahrungen zeigen: individuelle Integrationsarbeit führt zum Erfolg. Es gelte, so Schulz, passgenaue, realistische Ziele zu setzen. „Sich auf alles Mögliche zu bewerben“ nach dem Motto, „ich mache alles“, sei nicht zielführend. Oft gehe es darum, vorhandene Talente erst zu ermitteln.
Zwar sei es „ein langer Weg“, bis die Stärken der Kunden herausgefunden sind, berichtet Slowik; aber die Mühe lohne sich. Sie und ihre Kollegin haben die Erfahrung gemacht, dass Arbeitgeber Arbeitslose jenseits der 50 einstellen, weil sie deren Erfahrung und Zuverlässigkeit schätzen. Manchmal aber führe auch schlichtweg Beharrlichkeit zum Ziel.
Wolfgang Burkert, Jobcenter Wilhelmshaven,
Geschäftsführer
2012-11-08 15:07:00


