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Integration lohnt sich in jedem Alter
Projekt der Volkshochschule beendet – Zwei Teilnehmern Arbeitsstellen vermittelt
VON MAIK MICHALSKI
WILHELMSHAVEN An der Tür des Klassenraumes an der Schellingstraße steht der Willkommensgruß gleich in mehreren Sprachen – neben Deutsch noch in Arabisch, Polnisch, Ukrainisch, Russisch und Serbisch: 16 Arbeitslose mit Migrationshintergrund aus fünf Nationen haben ein halbes Jahr die Schulbank gedrückt und ihre Deutschkenntnisse in 200 Stunden um eine Stufe bis auf das Sprachniveau „A1“ gebracht. Das heißt, sie können eigenständig Sätze bilden und eigene Gespräche auf Deutsch führen. Jetzt fand zum Abschluss des Projektes, das von der Volkshochschule angeboten wurde, ein Essen statt. „Zwei Teilnehmern konnten Arbeitsstellen vermittelt werden“, beschreibt Projektleiterin Ilka Martens den großen Erfolg der Maßnahme. Das Jobcenter hatte im Zuge des Beschäftigungspaktes Jade-Weser-Region die Maßnahme für ältere Arbeitslose ab 50 mit Migrationshintergrund konzipiert. „Diese Menschen fallen oft wegen fehlender oder unzureichender Deutschkenntnisse durch das Raster“, erklärt Minou Kiani, Paktkoordinatorin beim Job-Center. Der Erfolg gibt den Organisatoren Recht. Nun soll ein Fortführungskursus für die Absolventen angeboten werden. „Der wird unter allen Bildungsträgern ausgeschrieben“, so Kiani. Doch nicht nur das Konjugieren und Deklinieren von Verben wurde den Migranten beigebracht. „Es wurden auch berufsbezogene Kenntnisse vermittelt“, erklärt Hans Knopp. Der ehemalige Realschullehrer war der Deutsch-Dozent des Kurses. Das Jobcenter hatte in Zusammenarbeit mit der Migrationsberatung der Stadt vor dem Kursus alle Kunden ab 50 Jahren eingeladen. Die Integrationslotsen hatten die Kursinhalte dabei in die jeweilige Landessprache der Migranten übersetzt. Das wäre jetzt nicht mehr notwendig. Ilka Martens bedankte sich bei allen Teilnehmern für ihr Engagement. „Es war eine tolle Gruppe“, sagt sie sichtlich gerührt. Das gemeinsame Lernen habe sehr viel Spaß gemacht; zumal nicht nur Deutsch, sondern auch Unternehmungen wie Nordic-Walking, Gymnastik oder das Spielen mit der Spielkonsole „Wii“ zur Auflockerung auf dem Programm standen.Nach den Worten ging es zum Büfett, zu dem jeder Teilnehmer beziehungweise jede Teilnehmerin etwas Kulinarisches beigetragen hatte.
© Copyright Wilhelmshavener Zeitung vom 06.12.2011
2011-12-06 14:49:00


